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Wo bleibt mein Krambambuli? Mit dem Ohr zu entdecken: Marie von Ebner-Eschenbach Eine dreißigjährige Frau hält Wache am Bett ihrer toten Mutter. Die Verbindung ist das Letzte, was sie an das Dorf fesselt. Der Vater, ein Trinker, ist bereits gestorben, das ärmliche Bauernhaus verkauft. Da erscheint der reiche Nachbarssohn, der Huber Georg, der mit ihrem Schicksal seit Kindesbeinen an eng verflochten ist. Es entwickelt ich ein abgründiger Dialog, in dem die Vorgeschichte der Figuren, die Traumata und Wunden der Frau zum Vorschein treten bis zum finalen Höhepunkt. Die dramatisch geschickt gebaute, auf das Wesentliche konzentrierte Erzählung Marie von Ebner-Eschenbachs gewinnt im Vortrag durch Birgit Minichmayr noch einmal erheblich an atmosphärischer Dichte. Es ist atemberaubend zu erleben, wie die Schauspielerin das Ringen der beiden Figuren miteinander wiedergibt, sie mit subtilen Mitteln voneinander unterscheidet, die dialektale Färbung der Sprache hörbar macht. Ein stimmiges und fesselnde Gesamtkunstwerk entsteht hier, das dem leisen Lesen unendlich überlegen ist. Das einen das Dorfmilieu, die Geschichte von sozialer Not und seelischer Drangsal, die hier erzählt wird, vielleicht gar nicht interessieren könnte oder zumindest eher fern ist, daran verschwendet man beim Hören keinen Gedanken. |
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Von Thomas Meissner, FAZ, 24.09.2011
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Mörike entdecken «Frühling lässt sein blaues Band/Wieder flattern durch die Lüfte…» Die Verse klingen nach, verwehen nicht. Das Gedicht als Ereignis, inspiriert durch die Stimmung einer Jahreszeit während eines Spaziergangs 1829. «Er ist’s» gehört zu den bekanntesten Gedichten von Eduard Mörike, den es zu entdecken immer wieder lohnt. Eine nachhaltige Begegnung mit diesem lange zu Unrecht in seiner Bedeutung für das 19. Jahrhundert unterschätzten Dichter bietet der Schweizer Sinus-Verlag mit einem aufwändig produzierten Hörbuch, für das Albert Bolliger eine vorzügliche Auswahl aus Prosa und Lyrik traf. Neben kaum bekannten Erzählungen wie «Lucie Gelmeroth» stehen unzählige Gedichte, die auch vom humorvollen Gemüt des Verfassers künden. Höchsten Hörgenuss bieten Sprecher wie der exzellente Dieter Mann. Dazu verzaubernd klingendes Glockenspiel mit «Handstücken» von Daniel Gottlob Türk. Höhepunkt: ein kompaktes Booklet (136 S.) zum Mit- und Weiterlesen. |
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Von Annerose Kirchner, Ostthüringer Zeitung, 03.09.2011
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| Die kleine französische Gemeinde Caudebec-en-Caux in der Normandie ist einer jener Orte, die aufgrund ihrer großartigen Geschichte Kunstdenkmäler beherbergen, die in keinem Verhältnis zur aktuellen Bedeutung des Ortes stehen – die Gemeinde hat heute knapp 2500 Einwohner – geschweige denn, dass vergleichbare architektonische Projekte heute noch zu realisieren wären. Im Fall von Caudebec-en-Caux gilt dies für die dortige Notre-Dame-Kirche, einem gotischen Bau, der 1484 eingeweiht und zwischen 1520 und 1539 erweitert wurde. Im 16. Jahrhundert ging man auch an die Installierung einer Orgel (Legrand/Gaillardon 1539), die dann bis zum Ende des 17. Jahrhunderts in stetig aufeinanderfolgenden Etappen vergrößert wurde. Zweihundert Jahre nach der Weihe wurde die Orgel durch die Brüder Lefebvre restauriert, ebenso 1832 sowie 1931; weitere Arbeiten wurden 1958/59 sowie 1972 durchgeführt; die letzte große Restauration, ergänzt durch eine inzwischen gestiegene historische Informiertheit, geschah in den Jahren 2003 bis 2006 durch die pedemontesische Firma Barthélémy Formentelli.
Albert Bolliger traf also wohl für seine klingende Besichtigung der Lefebvre-Orgel, Folge 9 seiner Reihe «Historische Orgeln in Frankreich» (dies wohlgemerkt nur eine Sub-Serie seiner monumentalen Sammlung von internationalen Orgelportraits), auf einen denkbar guten Erhaltungsstand des Instruments. Keine Gemeinde scheint für den unermüdlichen organistischen Reisenden Bolliger zu abgelegen oder zu klein zu sein; überall entdeckt er Schätze. In der neuen Folge sind es etwa die wunderbar schnarrenden Farbregister (Kornett, Trompete, Bourdon) in der «Suite» von Nicolas Lebègue mit dem prachtvollen Tiefbaß im «Dialogue» (Tr. 8), einem Werk, das Bolliger auch besonders anspringend und temperamentvoll spielt; reizvoll auch die winzigen Noel-Miniaturen Jean-François Dandrieus mit ihrem bordunartigen Orgelpunktspiel (herrlich etwa der Vogelgesang des «Rossignol»-Registers). Die volle Pracht der Orgel wird dramaturgisch geschickt erst in Jacques Boyvins Suite vorgeführt. Wie bei allen Folgen aus Bolligers organistischer Wunderkammer ist auch hier das Beiheft reich bebildert, etwa mit Details aus dem eindrucksvollen Orgelprospekt. Wer sich angesichts der Fülle von Orgelportraits aus Bolligers Hand etwas überfordert fühlt und einen leicht zu bewältigenden Einstieg sucht, könnte gut zu dieser Produktion greifen – oder aber einfach willkürlich in den reichen Katalog hinein, es lohnt sich in jedem Fall. |
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Michael B. Weiss, Klassik heute, 09.08.2011
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| Leider von einer größeren, zumal medialen Öffentlichkeit viel zu wenig beachtet, arbeitet Albert Bolliger unermüdlich an seiner umfangreichen, mittlerweile gut 30 CDs umfassenden Dokumentation historischer Orgeln in Europa. Jede Folge bringt Entdeckungen und beweist, dass ungeahnte Schätze in bisweilen kleinen und kleinsten, aber geschichtsträchtigen Städten schlummern, von welchen auch der reisefreudige Mitteleuropäer kaum einmal den Namen kennt.
Die jüngste Folge, Nr. 8 in der Unterkategorie «Historische Orgeln in Frankreich», widmet sich der barocken Orgel der Kathedrale Saint-Sacerdos, die sich im südwestfranzösischen Sarlat-la-Canéda befindet – mit knapp 10’000 Einwohnern kommt der Stadt heute nicht mehr jener Bedeutung zu, die sie im 12. und 13. Jahrhundert als Sitz einer florierenden Abtei einst hatte. Die Orgel der Kathedrale wurde 1752 vom damals erst 20jährigen François L’Epine errichtet, überlebte zunächst die Französische Revolution, wurde jedoch dann nach einem offenkundig starken Verfall im 19. und 20. Jahrhundert tiefgreifend restauriert. Die letzte Restaurierung begann nach jahrzehntelangen Vorbereitungen ab Ende der 1980er Jahre im Jahre 2001 und stellte mit einer ungekannten historisch informierten Behutsamkeit wohl den Originalzustand weitestmöglich wieder her. Im Gegensatz zu vielen früheren Folgen der monumentalen Reihe hat Bolliger hier darauf verzichtet, eine schwer übersehbare Reihe von Komponisten zu programmieren und konzentriert sich auf zusammenhängende Sammlungen von Jean-François Dandrieu, Louis Couperin und François d’Agincourt sowie auf das Manuscript de Limoges (um 1725), was die Orientierung sehr erleichtert. Bolligers Interpretationen stellen die seit 2005 wieder in altem Glanz erstrahlende Orgel in all ihrem Reiz vor – man höre etwa das Krummhorn oder die Trompetenregister in den Stücken aus dem Limoges-Manuskript (Tr. 20, Tr. 23). Die Registrierungen sind über alle Zweifel erhaben; darüber hinaus erfreut seine spielerische Frische, wenn er etwa perkussiv und federnd artikuliert wie in Couperins Chaconne. Ein zusätzlicher Wert ist die Aufmachung dieser Produktion, die außer der Disposition mehr Fotos enthält als mancher Fremdenführer. |
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Michael B. Weiss, Klassik heute, 27.06.2011
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Schweizer Familie, Irène Weitz, 1.6.2011
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Schöne Werke, (was die Komponisten!) und schöne Arbeit (was den Interpreten betrifft), einmal mehr, dank der Meisterschaft von Albert Bolliger, wiedergegeben nach unserem Empfinden durch eine makellose Aufnahme, und präsentiert mit einem reich dokumentierten Booklet. |
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L’Orgue, 6.2011
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Sinus-Verlag: gediegene Klassiker czz. ⋅ In Sachen «Weltliteratur in Buch und Hörbuch» lässt der Kilchberger Sinus-Verlag aufhorchen. Mit gutem Gespür für angemessene Stimmen, sorgsame Textedition und - kommentierung lässt Sinus «seine» Klassiker Gestalt annehmen und zu denken geben. Dies gilt für die ausgewählten Erzählungen Marie von Ebner-Eschenbachs ebenso wie für Dostojewskis «Grossinquisitor» (neu übersetzt und ausgreifend kommentiert von Albert Bolliger). Die zunächst als fünftes Kapitel des fünften Buches der «Brüder Karamasow» erschienene Parabel, worin Christus in Menschengestalt auf die Erde wiederkommt und dort prompt der Inquisition anheimfällt, ist Dostojewskis ebenso verzweifelte wie radikale Kritik an der christlichen Teleologie: Was wäre, bräche tatsächlich der Jüngste Tag mit der endgültigen Wiederkehr Christi an – wäre der Mensch überhaupt fähig, seine heilige Freiheit zu nutzen? In Peter Matics gnadenlos genauer Diktion entfaltet die jesuitische Kasuistik ihre Logik und stellt ein peinlich pessimistisches Menschenbild vor, dem gemäss allein die Kirche den Menschen vor dem Auszug aus der selbstverfügten Unmündigkeit bewahre. Auch in den sozialkritisch wachen Erzählungen Ebner-Eschenbachs tritt das Subjekt als unmündig auf, sofern es dem einfachen Volk angehört. Im feudalen Verhältnis zwischen Landaristokratie und ruralem Lumpenproletariat tritt Letzteres als sittlich und moralisch verkommen auf, während die Aristokratie – selbst vielfach verblendet und einer bukolischen Romantik anhängend – das tragische Potenzial des «einfachen Mannes» drastisch verkennt. Nicht zuletzt sind es die Tierschicksale (meisterhaft in «Krambambuli» und «Die Spitzin»), in welchen sich die animalische Instinktsicherheit als der «Moral» des Menschen überlegen erweist |
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Neue Zürcher Zeitung, Christiane Zintzen, 6.5.2011
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Es ist beeidruckend, dass ein Sterblicher einen so tiefen Einblick in die menschliche Existenz ghaben kann – und dabei war Dostojewskij von grossen alltäglichen Sorgen geplagt! Diese Legende ist ein psychologisches Meisterwerk, das zeitlose Gültigkeit hat, ja mehr noch: Es ist heute aktueller denn je. Das gleichzeitige Lesen und Hören dieser Legende vom Grossinquisitor eröffnet einen wesentlich tieferen Zugang zu deisem ausserordentlichen Werk. |
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Kultur.Russland.ru, Hanns-Martin Wietek, 28.3.2011
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Peter Matics Vortragsleistung zu würdigen, hiesse Eulen nach Athen tragn. Wie immer bei den wenigen, aber ochwertigen Veröffentlichungen des Sinus-Hörbuch-Labels ist auch hier das Beiheft beispielgebend: nicht nur, weil der komplette Text abgedruckt wurde, sondern auch wegen der Anmerkungen und des Begleittextes des herausgebers Albert Bolliger. |
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Fono Forum, Christoph Vratz, 2.2011
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Wann ist schon einmal der wirtschaftliche Niedergang eines Handwerksbetriebs ein Segen? Im Fall der auf dieser CD erklingenden Orgel trifft dies wohl in besonderer Weise zu, hat doch das Instrument in der Stiftskirche Notre-Dame de la Nativité im nahe bei Paris gelegenen Rozay-en-Brie seine fast unangetastete Gestalt genau diesem Umstand zu verdanken. Geplant war nämlich Anfang des 20. Jahrhunderts, das als „nicht mehr reparierbar“ bezeichnete Instrument abzutragen und durch einen kompletten Neubau zu ersetzen. Ein herausragendes Zeugnis französischer Orgelbaukunst des späten 17. Jahrhunderts (vermutlich aus der Werkstatt von Hypolite Ducastel) wäre so verloren gegangen! Nach sachkundigen und behutsamen Restaurierungen (1930 durch d’Alecon, in den 1980er durch Cabourdin) ist in dem Ort, der nicht weit vom Heimatort der Musiker- und Organistenfamilie der Couperins liegt, eine der bedeutendsten Orgeln Frankreichs zu finden. Und so hat sich der verdiente Interpret dieser Reihe, Albert Bolliger, Musik aus der Zeit und der Region zur Vorstellung der außerordentlichen Klangschönheit dieser Orge vorgenommen. Das Beiheft ist in punkto Orgelgeschichte, Registrierpraxis und Bildmaterial vorbildlich und sehr ausführlich. Lediglich Informationen zum Interpreten sucht man vergeblich. Alles in allem ein überaus hörenswertes Klangdokument und eine Fundgrube von nahezu unbekannter Literatur – Anregungen für die gottesdienstliche und konzertante Praxis in Hülle und Fülle. Man darf auf die nächste Kostbarkeit aus dieser Edition gespannt sein. |
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Klassik heute, Frank Höndgen, 11.02.2010
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Ohne Liebe ![]() |
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Süddeutsche Zeitung, 12.10.2009
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Literarische Wohlfühloasen ![]() |
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FonoForum, 15.04.2006
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Der 11. Teil seiner Orgelreise durch die schweizerische Heimat führt Albert Bolliger ins Tessin, in Deutschland auch als «italienische Schweiz» bekannt. Erwartungsgemäß sind die dortigen Instrumente von den Traditionen des italienischen Orgelbaus bestimmt, namentlich dem der benachbarten Lombardei. Das bedeutet einige in der nordalpinen Orgellandschaft unbekannte Eigenheiten wie beispielsweise in den Grundstimmen in Bass- und Diskantregister geteilte Manuale, Aufteilung der Mixturen in Einzelregister sowie (in der Diskanthälfte ab c') die charakteristische Voce umana, im Gegensatz zur Vox Humana kein Zungenregister, sondern eine Schwebung, die einen betörenden Tremoloklang erzeugt. Normalerweise sind die Instrumente einmanualig mit nur rudimentär ausgebildetem Pedalwerk. Drei der vier vorgestellten Orgeln entstammen dem Ende des 18. Jahrhunderts, die vierte und größte aus Bellinzona datiert in den älteren Teilen von 1588, wurde allerdings 1816 entscheidend vergrößert. Die einzelnen Orgeln werden mit Literatur aus dem 17. und 18. Jahrhundert in all ihren Klangmöglichkeiten präsent. Vor dem Hörer tut sich eine überwältigende Vielfalt auf, die zeigt, dass Instrumente der italienischen Tradition trotz der Abwesenheit mancher Klangfarbe nordalpiner Orgeln ein reiches Kolorit entfalten können. Zum Abschluss der Reise erklingt auf der Orgel in Bellinzona mit der Sonate von Vincenzo Bellini eine besondere Preziose, ein romantisches Orgelwerk, das den späteren Opernkomponisten bereits vorausahnen lässt. Detmar Huchtigen |
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Klassik heute, 20.06.2008
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| Nach Erkundungen in den Orgellandschaften der Deutsch-, der Welschschweiz und des Wallis stellt Albert Bolliger vier historische Instrumente aus dem Tessin vor. Er beweist gründliche Kenntnisse der Orgeln und ihrer klanglichen Möglichkeiten und Vorzüge, macht auf ihnen mit reizvollen, stilistisch dem Charakter der Instrumente entsprechenden Kompositionen bekannt und begleitet die Einspielung mit einem inhaltlich substantiellen, farbig reich illustrierten Booklet (dt., ital., frz., engl.), das Informationen zu den Orgeln, ihren Erbauern und Restaurateuren, zu Komponisten und Werken sowie die Registraturen enthält. Zwei der Instrumente – sie weisen typische Merkmale des lombardischen Orgelbaus auf, sind in der Regel einmanualig mit rudimentärem Pedal – stammen aus der gleichen Zeit: Jene von Bosco-Gurin (der einzigen deutschsprachigen Gemeinde des Kantons, einer ehemaligen Walser-Siedlung) stellte Felix Carlen 1796 fertig, Carlo Bossi jene in der Pfarrkirche Santa Maria del Sasso von Morcote ein Jahr später. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die von Giuseppe Reyna erbaute Orgel in Monte Carasso eingeweiht. In ihren ältesten Teilen geht die über zwei Manuale und Pedal verfügende Orgel der Chiesa Collegiata von Bellinzona (dem Kantonshauptort) auf das Jahr 1588 zurück; heute präsentiert sie sich in ihrem Zustand von 1816. Albert Bolliger hat sich auf kurze Werke italienischer Komponisten aus dem 17. und 18. Jahrhundert konzentriert, darunter auf Sätze aus dem Chigi-Manuskript und von Bernardo Pasquini, Bernardo Storace und Adriano Banchieri, von Giovanni Battista Martini und – der jüngste unter ihnen – Vincenzo Bellini. 26 Sätze auf vier Instrumenten: Vielseitigkeit der Gattungen und Formen, aparte Differenzierung im Klangbild und plastische, bis ins Detail belebte Interpretationen – ein exquisites Erlebnis. (ws) |
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Codex Flores, 21.04.2008
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Faszinierende Orgelreise ins eidgenössische Kernland Die Folge 10 der Reihe ‚Historische Orgeln der Schweiz’ entführt uns ins eidgenössische Kernland, in dieKantone Uri, Schwyz und Unterwalden. Die ebenso aufwändig wie liebevoll gestaltete CD präsentiert einebunte Palette großer und kleiner Orgelwerke mit jeweils passender Musik. Im Rahmen meiner Besprechungder Folge 9 der verdienstvollen Reihe des rührigen Sinus-Verlages habe ich mir erlaubt anzumerken, dass ichgenuin schweizerische Orgelmusik vermisse. Albert Bolliger war damals so freundlich, mir persönlich dieGründe für diesen Umstand darzulegen – in Folge 10 nun schickt er sich an, diesem Manko Abhilfe zuschaffen. Diesmal sind auch durchaus beachtliche Stücke aus Schweizer Tabulaturbüchern des 16. und vorallem 17. Jahrhunderts sowie einer Handschrift des 17. Jahrhunderts aus dem Benediktinerinnenkloster Sarnenzu hören; das umfangreiche, sehr bedeutende Musikarchiv dieses Klosters übrigens 2005 zur Gänze vonHochwasser betroffen war und heute mühsam fachmännisch restauriert wird. Lesen Sie den ganzen Artikel: |
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klassik.com, 4. April 2008
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Nach Frankreich, Österreich, Spanien, in die Schweiz, ja sogar in die Philippinen haben Albert Bolliger seine Orgelstreifzüge, sämtlich festgehalten auf dem Label Sinus, bisher schon geführt. Nun ist er in der neuesten Folge seiner stattlichen Reihe in Dänemark angelangt. Der Aufenthalt dürfte dort jedoch eher kurz sein, wenn Bolliger sich dieses Mal nicht auch modernen Instrumenten widmen möchte, da Dänemark nur zwei bedeutende, historisch authentische Orgeln besitzt: im Dom von Roskilde und im Schloß Frederiksborg. Letztere Orgel sowie eine Rekonstruktion der ehemaligen Renaissance-Orgel in Sonderborg werden hier vorgestellt. Beide Instrumente lassen sich insofern aufeinander beziehen, als sie von Mads Kjersgaards restauriert bzw. rekonstruiert wurden. Kjersgaard, ein renommierter Orgelbauer (u.a. Stockholm und Lübeck) wirkt auf dieser Aufnahme auch als Kalkant, also als Treter des Blasebalgs mit. Beide Instrumente werden von Albert Bolliger mit einem auch in dieser Folge überlegt ausgewählten Repertoire präsentiert. Die Betonung liegt dieses Mal auf Komponisten des deutschen, protestantisch konnotierten Barock, allen voran Samuel Scheidt, Michael Praetorius und Jacob Praetorius, was sinnvoll ist, stand doch etwa Praetorius tatsächlich mit dem Erbauer der Orgel in Frederiksborg, Esaias Compenius, in Verbindung. Die ausgewählten Stücke sind sämtlich erstklassig und bestens dazu angetan, die unwiderstehliche Physis der Instrumente, besonders der originalen Orgel in Frederiksborg, zu demonstrieren. In den Werken gelangen etwa das herrliche Schnarren der Zungenregister, die bewußt von den Komponisten ausgenutzten Schrägheiten der mitteltönigen Stimmung sowie überhaupt zahlreiche sekundäre Spiel-Geräusche in das Zentrum der Wahrnehmung. Albert Bolliger, der im wie gewohnt reich ausgestatteten Beiheft die «verhältnismässig starken Balg- und Trakturgeräusche» bedauert, muß also in diesem einen Punkte widersprochen werden: Gerade das Schräge und Geräuschhafte wirkt wohltuend in einer Zeit, die besonders auf dem Feld der Alten Musik stark zur klanglichen Sterilität tendiert. Diese geradezu naturhafte klangliche Physis ist eine reizvolle Ergänzung der – für sich genommen –angenehmen interpretatorischen Nüchternheit Bolligers. Ein besonderes Schmankerl ist das «Vogelgeschrey» in den kurzen abschließenden anonymen Sätzlein, etwa in dem Capriccio «Hühner G’schrey» aus einer anonymen Tabulatur des 16. Jahrhunderts: Zeugnisse für die Utopie einer im Freien ablaufenden Musik, geschrieben zu einer Zeit, die noch selbstverständlich annahm, daß der Mensch das Singen von den Vögeln gelernt habe. Im Ganzen ist dies sicherlich eine der reizvollsten Folgen dieses Zyklus von Orgelbesichtigungen. |
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Klassik heute, 22.11.2006
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Hinkebein Ein teuflischer Schelmenroman. |
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NZZ, 15.04.2006
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un beau portrait d‘instrument |
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Le monde de la musique 7/2006
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| Historische Orgelporträts, also Aufnahmen, welche bestimmte Instrumente in den Mittelpunkt stellen, leiden nicht selten an der Repertoirewahl. Entweder führt die Wahl bloßer Standardwerke ins Pauschale, oder aber das spezifische Repertoire, das tatsächlich musikgeschichtlich mit der betreffenden Zeit oder gar dem Instrument konnotiert ist, ist weniger an sich überzeugend, denn bloß beispielhaft von Interesse, so daß die Musik bezüglich ihres Reizes nicht mit dem Instrument mithalten kann.
Beide Gefahren konnten in diesem Porträt der Clicquot-Orgel der Kathedrale Saint-Pierre zu Poitiers sehr erfolgreich vermieden werden. Sämtliche Stücke der insgesamt neun Meister des französischen 17. und 18. Jahrhunderts sind von hoher und höchster Qualität, wobei die meisten Namen nur Spezialisten bekannt sein dürften; die meisten der Stücke sind sehr knapp gehalten, auch wenn sie – wie im Falle der Suiten von Francois d’Angincour (um 1680–1738) oder Jean-Adam Guilain (um 1680–1740) – zu größeren zyklischen Werken gruppiert werden. In jedem der Sätzchen jedoch wird das meist interessante und wenig formelhafte motivische Material so konzis durchgeführt, daß immer wieder der Eindruck einer überschießenden Einbildungskraft entsteht. Ein wiederkehrendes Motiv des Programms ist das der Weihnachtsmusik; sowohl Nicolas Lebègue als auch Claude-Bénigne Balbastre, Pierre Dandrieu und Jean Francois Dandrieu sind mit Noëls vertreten, und besonders das nur etwa anderthalb Minuten lange Nous sommes en voie des letzteren fasziniert mit der geradezu magisch-meditativen Beschränkung auf einfachstes Tonmaterial. Sämtliche Stücke spielt Albert Bolliger mit kraftvoller Entschlossenheit: Er betont das rhythmische Element der Musik, geht harmonische Entwicklungen sehr zielstrebig an, und setzt mit den Finalakkorden stets energische Schlußpunkte – ohne wohlgemerkt je harsch zu agieren. Die jeweiligen Registrierungen darf man mit Recht historisch informiert nennen, besonders in der Berücksichtigung der für die französische Orgellandschaft charakteristischen hellen und schnarrenden Zungenregister. Eine Platte, die gleichzeitig lehrreich wie musikalisch überaus ansprechend gelungen ist. |
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Klassik heute, 03.05.2006
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Das heitere Originalwerk ist jetzt, hinreissend übersetzt und ebenso hinreissend gelesen von Hartmut Köhler, zum erstenmal auf deutsch erschienen und zwar gleich als Hörstück auf 3CDs, zusammen mit einem kleinen Textbuch und einem ebenso handlichen Büchlein mit ausführlichen Erläuterungen, als hübsche Geschenkkassette. Nun springt der hinkende Teufel auf die deutschsprachige Welt – die zehn Episoden des Romans werden nicht als Kapitel, sondern entsprechend der hüpfenden Fortbewegung des Teufelchens als Sprünge bezeichnet. Verlegt hat dieses amüsante Werk der international renommierte Schweizer Organist Albert Bolliger. Bolliger umrahmt den von Köhler gesprochenen Text virtuos mit spanischer Musik aus dem 17. Jahrhundert. |
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Klaus Thiele-Dormann
WDR 3, Das Kulturereignis, 26.01.06 |
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Das heitere Originalwerk ist jetzt, hinreissend übersetzt und ebenso hinreissend gelesen von Hartmut Köhler, zum erstenmal auf deutsch erschienen und zwar gleich als Hörstück auf 3CDs, zusammen mit einem kleinen Textbuch und einem ebenso handlichen Büchlein mit ausführlichen Erläuterungen, als hübsche Geschenkkassette. Nun springt der hinkende Teufel auf die deutschsprachige Welt – die zehn Episoden des Romans werden nicht als Kapitel, sondern entsprechend der hüpfenden Fortbewegung des Teufelchens als Sprünge bezeichnet. Verlegt hat dieses amüsante Werk der international renommierte Schweizer Organist Albert Bolliger. Bolliger umrahmt den von Köhler gesprochenen Text virtuos mit spanischer Musik aus dem 17. Jahrhundert. |
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Klaus Thiele-Dormann
WDR 3, Das Kulturereignis, 26.01.06 |
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Vorbildlicher Teufel Ungewöhnlich ist überhaupt die ganze Box, die geradezu beispielhaft ediert ist. Albert Bolliger hat an der historischen Orgel Santa Cruz im portugiesischen Braga Orgelmusik aus dem Spanien des 17. Jahrhunderts aufgenommen, kleine Sätzchen, die dem Augenzwinkern des Romans auf Herrlichste entsprechen. |
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FonoForum, 02.2006
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Es verwundert immer wieder, wie der unermüdlich in Sachen Orgeln reisende Albert Bolliger – vielfach abseits aktueller Moden – kulturhistorisch reizvolle Orte aussucht, dort als Verleger und Musiker Aufnahmen plant und realisiert, von denen eigener Reiz ausgeht der nicht primär auf Spektakularität abzielt, sondern die Orgel als kulturelles Phänomen zu begreifen und darzustellen versucht. Die Literatur passt also an den Ort, wie denn Bolliger in gewohnter Weise sensibel mit der Literatur umgeht. Einmal mehr spricht Bolligers sorgsame Ausstattung des Booklets an, das 36 Seiten umfasst, instruktiv bebildert ist und den Blick in vorbildlicher Weise auf und um Dom, Orgel und gespielte Literatur richtet. Nachdem diese teilweise recht weit abseits gerade heute gängiger Konzertprogramme liegt, ergeht an den auch satztechnisch interessierten Orgelliebhaber eine besondere Empfehlung für diese, die Umgebung Buxtehudes beleuchtende Aufnahme |
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Klassik heute, 09.06.2005
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Le second volume de cette entreprise qui, selon les impératifs de l‘année liturgique, propose un choix d‘œuvres de Buxtehude, Hanff, Telemann, Sweelinck, Scheidemann, Scheidt, Michael Praetorius ou Boehm, fait entendre le très bel orgue construit par Arp Schnitger en 1688–92 pour l‘église de Norden, instrument restauré par Ahrend. Très bien enregistré ici, cet ensemble de trois claviers et pédale se distingue, on le sait, par la finesse de son harmonie, d‘une transparence presque irréelle, et la perfection de son équilibre. Albert Bolliger en tire le meilleur parti possible à travers des pièces libres et des chorales, dix-huit pièces assez brèves qui donnent à la fois une juste idée des différentes tendances nord-allemandes entre la filiation Sweelinck et le style plus mouvementé qu‘illustre Buxtehude, et des potentialités de l‘instrument (la liste des registrations figure opportunément sur la notice, y compris celle des accessoires comme glöcklein et zimbelstern). Son jeu très naturel et clair fait ici merveille à travers des touchers variés, un portato très mesuré – qui ne bride donc pas l‘expression du chant – et des tempi adéquats. Peu rabâchées, les pages choisies intéresseront tous les amateurs, notamment celles de Buxtehude (Praeludia en ut, BuxWV 138, en fa BuxWV 144 ou en sol, BuxWV 148, Canzonetta en ut, BuxWV 167, ou Canzone en sol, BuxWV 170) On y découvrira aussi des pièces liturgiques peu diffusées, notamment de la tablature de Lüneburg. |
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L’Orgue (1/2005)
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Als Arp Schnitger wohl im Dezmber 1685 erstmals als Orgelbauer St. Ludgeri in Norden besuchte, trat ihm ein Raum entgegen, der im Wesentlichen demjenigen entsprach, den wir auch noch heute erleben: An einen exuberant ausgestatteten, fast riesig zu nennenden Chor mit vollständigem Umgang schließen ein Querschiff gleicher Breite und ebenfalls beachtlicher Ausdehnung, sowie schließlich ein ehedem romanisches, gotisch befenstertes, einschiffiges Langhaus an, dessen Länge etwa dem des Chores entspricht, die Breite aber nur auf ein Drittel des Chores kommt. Solche auch akustisch heterogenen Elemente durch das liturgische „Ordnungselement Orgel“ angemessen zu versorgen, war auch für Arp Schnitger eine Herausforderung, deren Lösung man aber offenbar ihm allein überließ: Er ordnete sie um den südöstlichen Vierungspfeiler herum an, wodurch Haupt- und Nebenwerke schräg in Chor und nördliches Querschiff, im weiteren Sinne auch in das schmale Langhaus einsprechen. Der nicht symmetrisch stehende Pedalturm strahlt unmittelbar in Richtung des Quer- und des Langhauses ab, weil musikalisch tiefe Lagen ,diffus abgestrahlt, dem musikalischen Satz leicht eine Undurchsichtigkeit aufprägen, die Schnitger so vermied. Erweist sich eine solche geniale Lösung des Akustikproblemes im Raum als faszinierender Schachzug eines begnadeten Orgelmachers, dem ein Organist fasziniert zu folgen vermag, so steht der Tonmeister in einem solchen Raum namentlich bei zweikanaliger Aufzeichnungstechnik vor den nicht eben leicht zu lösenden Problemen wegen fehlender Symmetrie bei Direkt- und Raumsignal. Albert Bolliger, Schweizer Organist und Verleger der vorliegenden CD, löste dieses Problem mit dem Tonmeister Ludger Böckenhoff, so weit dies irgend in den Kräften beider stand. Bolliger bemüht sich um ein prononciertes Spiel, das er aber ganz im Sinne der Formensprache nord- bzw. niederdeutscher Organisten des 16.-18. Jahrhunderts und ihrer mechanisch oftmals denkbar komplexen Orgeln durchaus mit angemessener, reizvoller Behäbigkeit angeht, die auch erfahrene Rücksicht auf die ungleichstufige Temperierung des Instrumentes (heute 1/5-Komma-Teilung) nimmt. Böckenhoff lässt in seiner Technik Raum und Instrument zusammenfließen, ohne daß satztechnische Klarheit verloren ginge. Daß dies die Direktheit des Rückpositives ein wenig zurückdrängt, relativiert die wunderbare Distanziertheit des Oberwerkes, das von Schnitger zweifellos bewusst als zweite, entfernte Ebene des Brustwerkes konzipiert wurde. Bolliger, hörbar angesteckt von den seit der Restaurierung Jürgen Ahrends vor gut zwanzig Jahren exquisiten klanglichen Möglichkeiten der Orgel, entfaltet ein Mosaik reizvollster Registrierungen, die ihn als spitzfindig hörenden Experimentator zeigen: Er akzentuiert in Telemanns Choralbearbeitung Wie schön leucht't uns der Morgenstern durch den Einsatz des Zimbelsterns die auf Mensch und Gott bezogenen Conclusiones des Nicolai-Textes theologisch, was dem textkundigen Hörer durchaus nahe geht. Zudem verhilft er dem Spielregister „Vogelgesang“ und sogar dem wiedererstandenen Kalkantenglöcklein zu einer musikalisch sinnfälligen Aufgabe. Unter den durchwegs ausgehörten Registrierungen Bolligers beeindrucken besonders das perfekte Zusammenwirken der Rauschpfeiff des Oberwerkes mit der deckenden Grundstimme Regal 8' des Brustwerkes, sowie dasjenige der Äqualstimmen von Prinzipal 8', Gedeckt 8' und Dulcian 8' (!) im Rückpositiv, was nicht zuletzt auch erst die umsichtige Technik Böckenhoffs ermöglichte. Daß diese das Orgelwerk mitunter etwas breit abbildet, liegt in der Natur der gewählten A-B-Technik schon relativ großer Mikroabstände begründet. Nachdem dabei Toleranzgrenzen ausgeschöpft, aber niemals überschritten werden, muß diese Untiefe vom Tonmeister genau beobachtet und taxiert worden sein, wie denn auch Bolliger derselben Leidenschaft wie Ahrend (vielleicht auch Schnitger?) erliegt, deutlicher quintierende Registrierungen in Plenum und Solo zu realisieren, was mitunter mein Wohlwollen ausschöpft. Weiterhin hätte ich mir angesichts der behäbigen Fantastik norddeutscher Orgelmusik bei Bolliger gelegentlich ein etwas zupackenderes, den Hörer offensiver angehendes Spiel gewünscht, dessen der Sache, offenbar aber nie der eigenen Person dienende Bescheidenheit indirekt auch aus dem informativen Booklet spricht, das keine Vita, sondern lediglich ein Foto Bolligers enthält ... Eines fehlt mir aber auch hier: Die enorme Bedeutung der Tabulaturschrift in der norddeutschen Orgelkultur, ja der norddeutschen Musikkultur allgemein – vom Instrumentenkonzept über das Spiel bis hin zu Satz und Komposition (Bolliger interpretiert Werke zwischen Sweelinck und den Lübbenauer Tabulaturen, Scheidemann und Buxtehude, Böhm und Telemann) – wird mit keinem Wort gewürdigt. Dies ist bedauerlich, schmälert aber den überaus geschlossenen Eindruck der Produktion nicht. Besondere Empfehlung, denn ich kenne kein schöneres Porträt der Nordener Orgel. |
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Thomas Melidor
Klassik heute (24.03.2005) |
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Nicht nur klanglich, sondern auch in Wort und Bild werden die vier Instrumente ganz vorzüglich im Booklet vorgestellt, sodass damit eine rundum geglückte Präsentation dieser bedeutenden Klangdenkmale vorliegt, die dem Orgelfreund ohne Einschränkung empfohlen werden kann. |
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Singende Kirche 4/2004
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Le musiche scelte et eseguite con sobria e convincente muicalità da Bolliger, rispondono adeguatamente alla resa delle qualità timbriche dei rispettivi strumenti. |
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Arte 2/2004
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Le jeu de l‘interprète s‘épanouit pleinement sur l‘orgue Ebert dont il fait éclater les timbres et les couleurs. Dans séquence consacrée à l‘orgue de Fiecht, Bolliger trouve le temps méditatif qui convient à la Resignazone et à lAve Maris Stella de Liszt, donnant à la première son caractère d‘œuvre litéralement en suspenset à la seconde la respiration d‘une grande hymne chrétienne. |
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Répértoire 9/03
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FACTS stellt die Meisterwerke des Jahres vor Best of 2003: KLASSIK selektioniert TOP 11 |
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FACTS, 4.12.2003
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Albert Bolliger präsentiert die hinreissend sinnenfrohe, körperhafte Klanglichkeit des Werkes mit exquisitem französischem Orgelbarock. |
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Neue Luzerner Zeitung, 28. Februar 2003
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Klangmächtig ***** (=herausragend) Das Charakteristikum der Orgel – das starke Plein jeu und die mit 14 Stimmen grosse Zungen-Fraktion – bringt er in vielen Facetten zum Klingen. Kein Wunder, dass er für diese sorgfältige Produktion den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. |
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facts, 6. März 2003
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Felix Austria Der historische Spruch, mögen andere Kriege führen, «Du, glückliches Österreich, heirate», lässt sich auf historische Orgeln übertragen. Mögen andere um Marktanteile kämpfen – «Tu felix Austria» hast die Ehe zwischen einem Label wie Sinus und dem Interpreten Albert Bolliger und brauchst dich nicht weiter zu sorgen. Das gilt zwar auch für die Schweiz, deren Orgelschätze Bolliger auf sieben CDs vorführt, aber die hatte nie eine Monarchie, um Heiratspolitik treiben zu können. Im Ernst: Es gibt manche verdiente Aufnahmen von Denkmalorgeln, doch die Qualität der Sinus-Dokumentationen die Summe der prägnanten Einzelinformationen aus historischen, organologischen, biographischen und interpretatorischen Texten, Farbfotos und Kartographie ist Spitze (wenn auch mit minimalen Druckfehlern). Schon in der ersten Folge «Historische Orgeln in Österreich» hat der rührige Schweizer erlesene Instrumente in Oberösterreich vorgestellt, aus denen besonders eine Dudelsackquinte und Regalstimmen in Kremsmünster (restaurierte Kammerorgel von 1587) oder das singende Lambacher Regal (um 1580, im Kunsthistorischen Museum Wien) im Ohr bleiben. Das Volumen zwei, Niederösterreich, gehörte mit dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz und der Wallfahrtskirche Maria Kirchbüchl, beide südlich von Wien gelegen, vor allem der Barockzeit. Doch steht in Heiligenkreuz eine zweite, voluminösere Orgel, 1804 von Ignaz Kober erbaut, an der auch Schubert und Bruckner gespielt haben. Entsprechend ist das aparte Programm, das bis zu einer Schubert-Fuge und einer «Fuge über den Namen des zu früh verblichenen Tonsetzers Franz Schubert» (auf die Tonfolge c-h-b-e) von Abbé Stadler reicht. Jetzt hat Bolliger sich zwei weitere Bundesländer vorgenommen: die Steiermark mit Pöllau, Leoben-Göss, Gasen und Mariazell, Tirol mit Ried im Oberinntal, Innsbruck und Fiecht. Auf den restaurierten Steiermärker Barockinstrumenten spielt Bolliger österreichisch-süddeutsche, böhmische und italienische Komponisten der 17. und 18. Jahrhunderts. Italiener vor allem auf der sanglich-hellen Mitterreither-Orgel in Leoben-Göss, Pachelbel auf der intimeren Schwarz-Orgel von Gasen, auf der Mitterreither-Orgel von Pöllau zarte Flöten- wie leuchtende Pleno-Stücke, in Mariazell auf einem Sonnholtz-Positiv mit ganzen vier Registern verspielte «Schlagarien» von Valentin Rathgeber, die schon über das mit Bach gemeinsame Todesjahr hinausweisen. Die Tiroler Instrumente repräsentieren drei Epochen. von der kostbaren, viel gespielten mitteltönigen Ebert-Orgel in der Innsbrucker Hofkirche (1558) über die ungleich schwebend gestimmte Barockorgel von Kronthaler in Ried (1773) bis zur charaktervoll samtenen Spätromantik des Josef Aigner in der Abtei Fiecht (1871), alle stilgerecht restauriert. Nach den Baudaten wählte Bolliger auch die Werke: aus dem Buxheimer Orgelbuch, von Paul Hofhaimer, Heinrich Isaac, Hans Kotter, Thomas Tallis oder Adriano Banchieri für Innsbruck, neben Weltlichem auch Hymnen und Gesangbuchlieder; freie Stücke von Christian Ritter und Ferdinand Tobias Richter, von Georg Muffat ein Ricercar zum «Agnus die» für Ried; Versetten von Michael Haydn und Gaetano Valeri, von Franz Liszt unter anderem «Am Grabe Richard Wagners», von Johannes Brahms den Orgelchoral «Es ist ein Ros‘ entsprungen» für Fiecht. Alles in alles in allem eine glückliche Wahl, beglückend dargeboten. |
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Fono Forum, Januar 2003
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Orgeln in Österreich Albert Bolligers Dokumentation Bei keinem andern Musikinstrument gibt es eine derartige Mannigfaltigkeit an Grössen, Bauarten und Klangbildern wie bei der Orgel. Die Dokumentation der verschiedenen Orgellandschaften war deshalb schon immer ein attraktives Gebiet für Tonträgerproduzenten. Auf diese Materie hat sich das kleine Label Sinus in Kilchberg spezialisiert. Nach Dokumentationen berühmter Orgeln aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Spanien produziert Sinus seit 1999 eine Serie mit historischen Orgeln aus Österreich. Die bisher erschienen vier CD stellen Instrumente aus Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Tirol vor. Die geographische Aufteilung nach den heutigen Bundesländern macht sich ökonomisch sicher bezahlt, historisch ist sie jedoch nicht unproblematisch, machten doch die historischen Entwicklungslinien vor solchen Binnengrenzen nicht immer Halt. Vorgestellt werden insgesamt 14 Instrumente, deren Baujahre zwischen 1558 und 1871 liegen. Mit 8 Instrumenten am stärksten berücksichtigt ist das 18. Jahrhundert, was durchaus den geschichtlichen Gegebenheiten entspricht: Am Ende des 17. Jahrhunderts löste die Beendigung der Türkenkriege in Österreich eine nachhaltige Wiederaufbaustimmung aus, während dann 1783 die restriktiven Massnahmen Kaiser Josephs II. zu einer Stagnation im Orgelbau führte. Dass das 19. Jahrhundert aber nur mit zwei Instrumenten vertreten ist und das 20. Jahrhundert gar nicht, beeinträchtigt den repräsentativen Charakter der Dokumentation ein bisschen. Alleiniger Interpret aller Aufnahmen ist der Organist Albert Bolliger. Nach seinem Studium bei André Marchal und Jean Langlais in Paris baute er eine ausgedehnte internationale Konzerttätigkeit auf und nahm längere Lehraufträge in den USA, in Mexiko und in Taiwan wahr. Bolliger versteht es ausgezeichnet, die besonderen Klangmerkmale der vorgestellten Orgeln zur Geltung zu bringen. Geradezu mustergültig ist seine Auswahl der Komponisten und Werke, die meistens eng mit den jeweiligen Instrumenten verknüpft sind. Ein Prachtexemplar stellt beispielsweise die zweimanualige, 15 Register zählende Ebert-Orgel von 1558 in der Innsbrucker Hofkirche dar, deren Pfeifenmaterial trotz einer abenteuerlichen Umbaugeschichte zum grössten Teil erhalten ist. Auf dem mitteltönig gestimmten Instrument interpretiert Bolliger Stücke von Komponisten aus der Frühzeit der Orgelmusik, die mit Innsbruck in irgendeiner Weise verbunden waren. Dabei darf natürlich Heinrich Isaacs «Innsbruck, ich muss dich lassen» nicht fehlen, hier wird es in einer Bearbeitung von Sebastian Ochsenkuhn gespielt. Auf der von Andreas Putz 1634 gebauten und von Johann Christoph Egedacher 1708 restaurierten Orgel des Stifts Schlägl in Oberösterreich, einem idealen Instrument für die Wiedergabe der süddeutschen Orgelmusik des 17. Jahrhunderts, sind Johann Pachelbel, Franz Xaver Anton Murschhauser, Johann Jakob Froberger und Johann Kaspar Kerll zu entdecken. Die vorgestellten Orgeln aus der Steiermark stammen alle aus dem 18. Jahrhundert. Das Prunkstück unter ihnen steht in der Stiftskirche von Pöllau und besticht durch ein sehr rundes Plenum im Hauptwerk. Wie reizvoll aber auch eine Kombination von Coppel 8‘ und Quint 1 1/3‘ auf dem Unterwerk sein kann, zeigt Bolliger am Beispiel von Johann Georg Albrechtsbergers «Cadenza, Verso I–Vl, Fuga». Die genaue Disposition jeder Orgel und die Registrierung der gespielten Stücke kann der Fachmann dem vorbildlich aufgemachten Booklet entnehmen. Darüber hinaus finden sich dort für den interessierten Laien Angaben zur Baugeschichte der Standortkirchen, zur Bau- und Umbaugeschichte der Orgeln sowie Biographisches zu den einschlägigen Komponisten. |
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Neue Zürcher Zeitung, 19. Februar 2003
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Orgelszene Schweiz … Spricht man von Schweizer Organisten, so steht Albert Bolliger mit an vorderster Stelle. Längst hat er sein Wirken über die Grenzen seines Landes ausgedehnt. Sein Unternehmen «annum per annum», das an Arp-Schnitger-Orgeln durchs Kirchenjahr führt, beweist wieder seine stilistische wie liturgische Kompetenz. Nach Volumen 1 mit norddeutscher Advents- und Weihnachtsmusik des 17. und 18. Jahrhunderts – an der von Jürgen Ahrend mustergültig restaurierten Hamburger St.-Jacobi-Orgel – folgt mit Volumen 2 ein Gang durch die Epiphanias-, Passions- und Osterzeit. Wieder reicht der Bogen von frühen Anonymi bis Dietrich Buxtehude; choralgebundene und freie Werke sind klug gemischt. Neben dem reformatorischen Lied stehen auch lateinische Vorlagen wie «Victimae pascali laudes» von Heinrich Scheidemann und der alte Osterhymnus «Vita sanctorum», einmal aus der Lüneburger Tabulatur (17. Jahrhundert), einmal von Michael Praetorius. Das ebenfalls von Jürgen Ahrend betreute Instrument in St. Ludgeri, Norden, hat dafür erlesene Stimmen, die Bolliger klangschön zu nutzen weiss, die beiden Zimbelsterne, einen Glöcklein-Ruf und «Vogelgesang» eingeschlossen. Bolliger erkundet nun französische Instrumente Ein neues Kapitel schlägt Bolliger mit seiner Reise nach Frankreich auf. Programmatisch ist der Auftakt mit einem Instrument des berühmten Orgelbauers und -theoretikers Dom Bedos (1709–1779) in der Abteikirche Sainte-Croix (1748) in Bordeaux. Zeitweilig in eine andere Kirche versetzt, musste bei der Rückführung und Restaurierung der Orgel bis 1997 über die Hälfte des Pfeifenmaterials neu gefertigt werden. Das Ergebnis ist erstaunlich: eine fünfmanualige genuin französische Orgel, mit Besonderheiten wie einem eigenen Bombarde-Manual (Bombarde 16‘, Gros Cromorne 8‘), dazu verkürztem Récit- (fünffaches Cornet, Trompette 8‘) und Écho-Manual (fünffaches Cornet). Wegen der (modifizierten) mitteltönigen Stimmung, die auf Dom Bedos zurückgeht, wählte Bolliger nur Kompositionen des 17. Jahrhunderts, neben liturgischen Stücken und Noëls auch freie Werke, kostbar und variantenreich registriert. Besonders schön erklingen die Kontraste in mehrsätzigen Werken wie dem Gloria aus der «Messe du premier ton» von André Raison oder der «Suite du premier ton» von Jacques Boyvin. Höchstes Lob verdienen bei Sinus die Booklets. Nicht nur dass die Informationen über Orgel, Komponisten und Werke samt detailliertester Registrierangaben keinen Wunsch offen lassen – die «annum per annum»-Reihe gibt auch noch einen kunsthistorischen Kommentar zum Cover, während der ein Flaschenetikett simulierende Frankreich-Titel etwas plump auf das dortige Weinbaugebiet anspielt. |
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Fono Forum, Juli 2003
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Albert Bolliger gelingt es mit Literatur aus dem norddeutschen Bereich für die Zeit Erscheinung des Herrn, Passion und Ostern die klanglichen Vorzüge dieses Instruments auf eindrucksvolle Weise zu dokumentieren. Eine wunderschöne Aufnahme für die Plattensammlung eines jeden Orgelliebhabers, zu der Interpret und Produzent in gleicher Weise zu beglückwünschen sind! |
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Singende Kirche, Heft 2, 2002
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